Blüten oder Extrakte?
Published on : November 30, 2021

Mit der Einführung des Cannabis-Gesetzes 2017 wurde es Ärzten ermöglicht Cannabis als Medizin regulär zu verschreiben. Während sich anfänglich alles um getrocknete Blüten handelte, wird nun vermehrt zu Extrakten gegriffen. Doch wo liegen die genauen Unterschiede dieser zwei verschiedenen Darreichungsformen von Cannabis? In unserem Blogbeitrag möchten wir die wichtigsten Erkenntnisse darlegen, erklären und ein abschließendes kleines Fazit präsentieren. 

Blüten

Die Auswahl der richtigen Blüten und der jeweiligen THC- oder CBD-Gehalte ist enorm wichtig, um individuell auf den Patienten und die entsprechende Indikation eingehen zu können. So gibt es Blüten mit hohen, niedrigen und ausgeglichenen THC- und CBD-Gehalten. Der Arzt entscheidet dann, basierend auf den Daten und Bedürfnissen seines Patienten, welche Stärke und Verhältnisse verschrieben werden sollen. 

Die Apotheke kann die getrockneten Blüten sowohl zerkleinert als auch unzerkleinert abgeben. In der Regel werden die Blüten jedoch zerkleinert ausgehändigt, da somit die richtige Handhabung der Blüten gewährleistet wird und die korrekte Dosierung für den Patienten besser gewährleistet werden kann. Werden die Blüten unzerkleinert abgegeben, kann der Patient, mit Hilfe einer Gewürzmühle, die Blüten zerkleinern und diese dann durch ein Sieb der Größe 2000 sieben. Allerdings ist hier zu beachten, dass die Blüten nicht zu fein gemahlen werden sollten. Verschiedene Quellen empfehlen als Orientierung die Größe von gerebeltem Majoran, den man aus dem Gewürzregal kennt. 

Bei Blüten gibt es zwei unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten: die zerkleinerten Blüten können entweder als Tee zubereitet oder mit Hilfe eines Verdampfers inhaliert werden. Es ist wichtig, die Blüten zu erhitzen, da durch diesen Schritt die Cannabinoide in die gesundheitlich aktivere Form überführt werden. Bei der Zubereitung als Tee müssen die zerkleinerten Blüten für mindestens 15 Minuten bei kochendem Wasser sieden und abschließend durchgesiebt werden. Man kann die Blüten auch im Backofen bei 140 Grad Celsius 10 Minuten erhitzen, anschließend mit heißem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Bei beiden Methoden wird empfohlen etwas Fett hinzuzugeben (Butter, Kokosfett, Sahne), da THC nicht wasserlöslich ist. Die Anwendung als Tee wird allerdings nicht häufig empfohlen, da sie einige Nachteile birgt. So ist es schwierig den Wirkstoffgehalt in Tee zu bestimmen, da sich die Wirkstoffe schlecht in Wasser lösen lassen. Zudem ist die Zubereitung recht zeitaufwendig, da die Blüten lange im Wasser gekocht werden müssen, um Wirkstoffe abzugeben. Die Wirkung tritt in der Regel nach ca. 90 Minuten auf.

Werden die Blüten in einen Vaporisator gegeben, erhitzt dieser die Blüten auf mindestens 185 Grad Celsius und der Dampf inhaliert. Bei der Inhalation durch einen Vaporisator tritt die Wirkung schneller (am schnellsten) und stärker auf, meist schon nach wenigen Augenblicken. Es wurde zudem herausgefunden, dass diese Art der Anwendung auch schnellere und stärkere Ergebnisse erzielt als das Rauchen von Blüten. 

Extrakte

Ein Cannabisextrakt wird durch Extraktion von Cannabinoiden und Terpenen aus der Cannabispflanze gewonnen. Extrakte, die zur medizinischen Anwendung verwendet werden, sind ölige Lösungen. Je nach Ausgangsmaterial können diese Extrakte THC, CBD und weitere Substanzen wie Terpene aus der Pflanze enthalten. Somit können Extrakte in jeglichen Konzentrationen und Kombinationen hergestellt werden, um optimal auf die Bedürfnisse von Patienten eingehen zu können. 

Für den medizinischen Gebrauch gibt es zwei primäre Extraktionsverfahren mit jeweils zwei primären Arbeitsschritten: CO2-Extraktion und Ethanol-Extraktion. Bei der CO2-Extraktion, welche häufiger genutzt wird, wird das CO2 durch Einwirkungen von Druck und Temperatur in eine Flüssigkeit umgewandelt. Im zweiten Schritt „Winterisierung“ wird Ethanol verwendet, um die reinen Cannabinoide und Terpene von Nebenprodukten zu trennen und somit ein reines Produkt zu erhalten. 

Die Ethanol-Extraktion ist meist schneller durchzuführen, verändert aber das Produkt, da Ethanol polarer als CO2 ist, wodurch zum Beispiel Chlorophyll, Farben und Tannine aus dem Cannabis gezogen werden. Zudem ist es schwieriger das gesamte Lösungsmittel wieder zu entfernen. Bei der Ethanol-Extraktion wird im zweiten Schritt ein Aktivkohlefiltrationsverfahren angewendet, um Unbeständigkeiten zu entfernen. 

Vollspektrumextrakte enthalten sowohl THC und CBD als auch andere Inhaltsstoffe der Pflanze, wie zum Beispiel Terpene. Vollspektrumextrakten wird zugesprochen, dass sie stärker wirken und, aufgrund der anderen vorhandenen Verbindungen, eine breitere Wirkung haben als reine Isolate. Dies wird in Fachkreisen als „Entourage Effekt“ bezeichnet. 

Im Gegensatz zu Blüten ist die Dosierung von Extrakten und die gewollte Wirkung leichter und verlässlicher zu bestimmen. Extrakte werden in der Regel oral eingenommen und entfalten ihre Wirkung nach 30 bis 90 Minuten.

Fazit

Es lässt sich schlussfolgern, dass die Auswahl zwischen Blüten und Extrakten sehr abhängig von der Indikation und dem Patienten ist. Während die Wirkung beim Verdampfen oder Rauchen von Blüten schneller und stärker eintritt, dauert es bei Extrakten über die orale Einnahme länger, lässt sich allerdings auch besser und genauer vorherbestimmen. Zudem haben Extrakte durch Terpene und andere Inhaltsstoffe der Pflanze eine höhere Bioverfügbarkeit, welche zu breiteren Anwendungs-und Wirkungsbereichen führt. Aus diesen Gründen greifen Ärzte vermehrt zu Extrakten bei der Behandlung von Patienten. 

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