CBD – Rechtliche Grundlagen & was man beachten sollte
Published on : November 30, 2021

Die Verwirrung ist groß: während man CBD-Produkte vermehrt in Apotheken, Online-Shops, Drogerien oder sogar am Kiosk findet, liest man häufig, dass der Verkauf von CBD nicht legal ist. Doch warum werden dann Produkte in Hülle und Fülle angeboten? In unserem Beitrag bringen wir Licht ins Dunkle und schauen uns die aktuelle Rechtsgrundlage genauer an.

1925 wurde sowohl der Verkauf als auch der Besitz von Cannabis weltweit verboten. Dies wurde auf der internationalen Opiumkonferenz beschlossen. 1996 wurde dann der Anbau von Nutzhanf mit einem THC-Gehalt von unter 0,2% unter strengen Auflagen erlaubt. Während landwirtschaftliche Unternehmen EU-zertifizierten Nutzhanf anbauen und damit handeln dürfen, ist dies Personengruppen wie zum Beispiel Gewerbetreibenden oder Kleingärtnern nicht gestattet. Diese müssen eine rechtliche Genehmigung einholen, um anbauen zu dürfen. Landwirtschaftliche Betriebe hingegen unterliegen nur einer Anzeigepflicht. Jedoch dürfen auch diese nur bestimmte Nutzhanf-Sorten in Deutschland anbauen, die im jährlich überarbeiteten Nutzhanf- Sortenkatalog gelistet sind.

Durch die „Fünfzehnte Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung“ kam es in Deutschland 2016 zu dem Beschluss, dass für CBD fortan eine Rezeptpflicht besteht (AMVV, Anlage 1). Bis zu diesem Zeitpunkt war es möglich, alle unterschiedlichen Arten von CBD-Produkten legal zu verkaufen. Daraufhin beschlossen viele Händler, CBD-Produkte als „Nahrungsergänzungsmittel“ ohne Heilversprechen und/oder medizinischen Nutzen zu vertreiben und vermarkten. Sollten Sie dennoch ein CBD-Produkt finden, auf welchem Heilversprechen aufgeführt sind, verstößt dies gegen geltendes Recht. Da dies unseriös ist, fragen Sie in solchen Fällen nach den Analysenzertifikaten, in denen THC- und CBD-Gehalt aufgeführt werden müssen. Nach aktueller Definition bzw. Ansicht des Bundesinstituts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) handelt es sich bei CBD entweder um ein Arzneimittel oder Novel Food (neuartiges Lebensmittel), da es vor 1997 kein gängiges Lebensmittel war. Es liegen schon seit längerer Zeit mehrere Anträge bei der EU vor, um CBD in den Status eines Lebensmittels bzw. Nahrungsergänzungsmittels zu heben. Die Behörden scheinen sich allerdings nicht an die Thematik heranzutrauen. Die rechtliche Situation ist auch äußerst komplex, da sowohl die Genfer Convention on Narcotic Drugs berücksichtigt werden muss sowie das Landwirtschafts-, Lebensmittel-, Tabak- und das Arzneimittelgesetz, inklusive der Kosmetik- und Nahrungsergänzungsmittelverordnung. In all diesen Gesetzen und Verordnungen wird CBD teilweise recht widersprüchlich betrachtet: Mal ist es eine Droge, mal ein simpler Inhaltsstoff ohne psychoaktive Wirkung.

Jedoch gibt es weitere Unterscheidungen bei CBD-Produkten, die legal verkauft, konsumiert oder mitgeführt werden dürfen. Demnach müssen die Produkte weiterverarbeitet sein. CBD-Öl, Cremes und Liquids (für CBD Vaporizer) sind bedingt legal, während der Verkauf, Konsum und das Mitführen von Blüten, Zigaretten und Tees theoretisch nicht gestattet sind. Dadurch, dass CBD allerdings nicht mehr dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt, können diese Produkte unter bestimmten Bedingungen frei verkäuflich sein. Aus dieser Situation heraus ergibt sich die Grauzone für unverarbeitete CBD-Produkte, in welche Blüten, Tees und CBD-Zigaretten fallen. Das Urteil im mittlerweile berühmten „Hanfbar-Prozess“ hat festgelegt, dass CBD-Blüten aus Nutzhanf Betäubungsmittel im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) sind, der Verkauf dann aber legal und zulässig ist, wenn Missbrauchspotenziale ausgeschlossen werden können. Um diese Missbrauchspotenziale auszuschließen, müssen Anbieter die Ware entsprechend kennzeichnen: „Blüten sind nicht für Rauchzwecke geeignet“ Zudem dürfen, wie bereits erwähnt, keine Heilversprechen oder explizite medizinische Nutzen aufgeführt werden. Viele Anbieter umgehen diese Problematik, indem sie ihre Produkte als Bedarfsgegenstände wie „Aroma-Öle“ oder Aromablüten anbieten.

Fazit

Alle CBD-Produkte, die weiterverarbeitet wurden, aus EU-Nutzhanf gewonnen sind und den maximalen THC-Gehalt von 0,2% einhalten, sind legal in Deutschland zu vertreiben oder mitzuführen. Der Konsum als „Lebensmittel“ wäre jedoch nicht wirklich erlaubt. Was Sie als Käufer mit dem Bedarfsgegenstand jedoch machen ist dann Ihre Sache. Im Endeffekt nehmen Menschen diese „Aroma-Öle“ oral ein und die erhältlichen „Aroma-Blüten“ werden geraucht. Bei unverarbeiteten Produkten ist die Rechtslage undurchsichtig und resultiert in einer Grauzone, die Verwirrung auf vielen Seiten stiftet. Somit sind unverarbeitete CBD-Produkte legal zu erwerben, solange ein Missbrauchspotenzial ausgeschlossen werden kann. Wir empfehlen auf Produkte von Herstellern, die den oben genannten Richtlinien nicht nachkommen, zu verzichten. 

Wir hoffen, dass dieser Artikel für mehr Klarheit gesorgt hat und die aktuelle Situation zumindest nachzuvollziehen ist. Sicher ist, dass klare rechtliche Verhältnisse geschaffen werden müssen, um den Umgang mit CBD-Produkten zu regulieren und für Konsumenten sicherer zu gestalten. 

CBD – legal basics & what to look out for

There is a lot of confusion: while CBD products are increasingly found in pharmacies, online stores, drugstores, and even kiosks, one often reads that the sale of CBD is not legal. But why then are products offered in abundance? In our article, we shed light on the darkness and take a closer look at the current legal basis.

In 1925, both the sale and possession of cannabis was banned worldwide. This was decided at the International Opium Conference. Then in 1996, cultivation of commercial hemp with a THC content of less than 0.2% was allowed under strict conditions. While agricultural companies are allowed to cultivate and trade EU-certified commercial hemp, groups of people such as traders or allotment gardeners are not allowed to do so. These must obtain a legal permit in order to be allowed to cultivate. Agricultural businesses, on the other hand, are only subject to a notification requirement. However, they are also only allowed to cultivate certain commercial hemp strains in Germany, which are listed in the annually revised commercial hemp variety catalog.

In 2016, the „Fifteenth Ordinance on the Amendment of the Ordinance on the Prescription of Medicinal Products“ (AMVV, Annex 1) made it compulsory to prescribe CBD in Germany. Until that time, it was possible to legally sell all different types of CBD products. Due to the fact that this was not sufficiently monitored, and the legal situation was not clarified, CBD products could be freely sold. As a result, many retailers decided to distribute and market CBD products as „dietary supplements“ without any promise of healing and/or medical benefits. If you still find a CBD product on which healing promises are listed, it may be a dubious supplier. In such cases, ask for the certificates of analysis, which must list THC and CBD content. According to the current definition or view of the Federal Institute for Consumer Protection and Food Safety (BVL), CBD is either a drug or Novel Food, as it was not a common food before 1997. There have been several applications to the EU for some time to elevate CBD to the status of a food or food supplement. However, the authorities seem reluctant to address the issue. The legal situation is also extremely complex, as both the Geneva Conference for Narcotic Drugs must be taken into account, as well as the Agriculture, Food, Tobacco and Medicines Acts, including the Cosmetics and Food Supplements Regulations. In all these laws and regulations, CBD is considered sometimes quite contradictory: sometimes it is a drug, sometimes it is a simple ingredient without psychoactive effects.

However, there are further distinctions in CBD products that can be legally sold, consumed or carried. According to this, the products must be processed. CBD oil, creams, and liquids (for CBD vaporizers) are conditionally legal, while the sale, consumption, and carry-on of flower, cigarettes, and teas are theoretically not allowed. However, since CBD is no longer subject to the Narcotics Act, all products should be freely available for sale. This situation results in the gray area for unprocessed CBD products, into which flowers, teas and cigarettes fall. The ruling in the now famous „Hemp Bar Trial“ established that CBD flowers made from commercial hemp are narcotics in the sense of the Narcotics Act (BtMG), but the sale is then legal and permissible if abuse potentials can be ruled out. In order to exclude this potential for abuse, suppliers must label the goods accordingly. One example of this is that a daily consumption quantity for the end consumer must be listed on the packaging. In addition, as already mentioned, no healing promises, or explicit medical benefits may be listed. Many suppliers get around this issue by offering their products as commodities such as „flavored oils.“

Conclusion

All CBD products that have been processed and derived from EU commercial hemp and comply with the maximum THC content of 0.2% are legal to distribute or carry in Germany. However, consumption as „food“ would not really be allowed. What you as a buyer do with the commodity, however, is then up to you. In the end, people take these „aroma oils“ orally and the available „aroma flowers“ are smoked. For unprocessed products, the legal situation is opaque and results in a gray area that causes confusion on many sides. Thus, unprocessed CBD products are legal to purchase as long as potential for abuse can be ruled out. We recommend avoiding products from manufacturers that do not comply with the above guidelines and apply for certificates of analysis to ensure high quality and pure products. 

We hope that this article has provided more clarity and that the current situation can at least be understood. What is certain is that clear legal conditions must be created to regulate the handling of CBD products and make it safer for consumers. 

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